Leistungsminderung
Hinweis auf eine seelische oder körperliche Erkrankung?
Überblick
Eine Leistungsminderung kann in diversen Situationen auftreten: In Folge einer Erkrankung wie COVID-19, einer psychischen Überforderung, in verschiedenen Lebensepochen oder auch als Symptom einer Krankheit. In jedem Fall lohnt sich ein Eruieren der Ursache, um bei Bedarf frühzeitig therapeutische Maßnahmen einleiten und zahlreiche mögliche negative Folgen abzuwenden.
Was ist eine Leistungsminderung?
Im medizinischen Kontext wird eine Leistungsminderung als Abnahme der körperlichen und seelischen, auch emotionalen Leistungsfähigkeit einer Person verstanden. Zusammengefasst lässt sich eine Leistungsminderung als „Nachlassen der eigenen Leistungsfähigkeit“ erklären.
Sie tritt in verschiedenen Lebenssituationen auf und kann auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Eine frühzeitige Abklärung ist essenziell, um negative Folgen zu vermeiden.
Entstehung und Ursachen von Leistungsminderung
Eine Leistungsminderung kann vielfältige Ursachen haben. Dazu gehören zahlreiche körperliche Erkrankungen, die beispielsweise vasaler Art (z.B. eine Leukämie) sein können, kardial (z.B. eine Herzinsuffizienz), pulmonal (z.B. COPD), renal (z.B. Niereninsuffizienz), endokrin (z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion) oder auch von der Leber (z.B. Leberzirrhose) ausgehend.
Allgemeine Ursachen
Allgemeine Ursachen wie Schlafmangel, Infektionen, chronische Erkrankungen, Mängel oder Tumoren können auch die Ursache einer Leistungsminderung sein.
Seelische Ursachen
Als seelische Ursachen einer Leistungsminderung können Versagensangst, ein negativer Umgang mit Fehlern, eine Überforderung, eine Unterforderung, Konflikte und Stress benannt werden.
Die individuelle Ursache/n kann durch eine Anamnese und verschiedene medizinische und psychologische Untersuchungen meist ausfindig gemacht werden. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies ermöglicht ein Einleiten heilsamer Behandlungsmaßnahmen, um die Leistungsminderung zu vermindern oder zu beheben.
Psychische Belastungen als Ursache
Ebenso kann die Leistungsfähigkeit eines Individuums durch eine psychische Erkrankung ausgelöst werden. Dies kann z.B. eine Depression, Neurose, Suchterkrankung, Demenz oder ein Burnout Syndrom sein.
Bei psychischer Belastung kann sich auf emotionaler, kognitiver oder körperlicher Ebene einer Leistungsminderung der Betroffenen Person bemerkbar machen. Dies kann durch eine Unterforderung (beispielsweise emotional, körperlich oder kognitiv), oder auch bei einer Überforderung, zum Beispiel einem Burnout-Syndrom der Fall sein.
Ebenso können äußere Ereignisse wie der Tod einer nahestehenden Person, das Erleben eines Traumas oder einer Naturkatastrophe dazu führen, dass durch die seelische Notsituation weniger Leistung erbracht werden kann. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung kann die psychische Belastung aufgearbeitet werden und zu mehr Wohlbefinden, seelischer Gesundheit und verbesserter Leistungsfähigkeit beitragen.
Leistungsminderung im Alter
Zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben kommt es häufiger vor, dass eine Leistungsminderung eintritt. Dies wird häufig im mittleren und höheren Lebensalter erwartet und/oder beklagt. Eine Leistungsminderung ab 50, oder eine Leistungsminderung ab 60 Jahren, sind häufig Thema und werden mit einer Abnahme der kognitiven und körperlichen Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht.
Eine Studie fand heraus, dass eine Leistungsminderung im mittleren Lebensalter jedoch nicht zwingend eintreten muss. Diesem ist durch eine aktive Lebensweise entgegenzuwirken – sodass sportliche Aktivität beispielsweise die Vitalität auch bei biologischer Alterung Leistungen positiv beeinflussen kann.
Leistungsminderung im Beruf
Auch eine Leistungsminderung im Beruf ist ein gesellschaftlich häufig beklagtes Problem. Sowohl für die eigene Lebensqualität als auch für Arbeitgeber, kann dies eine Rolle spielen.
Im beruflichen Kontext kann, laut wissenschaftlichen Erkenntnissen, ebenfalls ein aktiver Lebensstil mit günstigen Alltagsgewohnheiten wie einer gesunden Ernährung, keinem oder geringem Konsum von Alkohol, Tabak und anderen toxischen Substanzen, ausreichend Schlaf und Erholungsphasen, körperliches Training und ein gesundes Körpergewicht, die eigene Leistungsfähigkeit aufrechterhalten werden.
Leistungsminderung in der Menopause
Manche Frauen befürchten zum Zeitpunkt der Menopause („Wechseljahre“) einer Leistungsminderung. Zwischen etwa dem 40. und 58. Lebensjahr tritt für gewöhnlich die Menopause ein, wobei psychische Probleme, wie eine Depression, in manchen Fällen begünstigt entstehen können oder in ihrer Symptomatik zunehmen.
Etwa ein Drittel erleben einschneidende Veränderungen. Eine Studie fand heraus, dass durch Hormone, wie dem Östrogen Östradiol, gewissermaßen die Depressionswahrscheinlichkeit vorhergesagt werden kann. Stimmungsschwankungen, Vorerkrankungen und die Phase der Menopause, spielen dabei beeinflussende Rollen.
Wechseljahre und Depression können ähnliche Symptome hervorbringen. Durch eine genaue Diagnostik können diese jedoch unterschieden werden. Wechseljahre gehen häufig mit folgenden Beschwerden einher:
- Reizbarkeit
- Traurigkeit, Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression
- Mangelnde Motivation, Müdigkeit
- Angst, Anspannung, innere Unruhe
- Aggressives Verhalten in den Wechseljahren
- Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit
- weniger oder gar keine Lust auf Sex
- Stimmungsschwankungen
Leistungsminderung in der Schule
Kommt es zu einer Leistungsminderung in der Schule, kann dies viele Ursachen haben. Seh- und Hörstörungen, Mobbing, ungelöste intrapsychische Konflikte, Überforderung, Unterforderung oder hormonelle Veränderungen.
In der Entwicklungsepoche Pubertät können emotionale, sowie soziale Veränderungen unter anderem zu einem Verhalten der Leistungsminderung führen. Dies wird häufig von Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Verhaltensauffälligkeiten begleitet.
Die Veränderungen werden meist durch neue Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn, sowie durch einen Einfluss der Hormone, ausgelöst. Wenn insbesondere das Lernen, bzw. die Merkfähigkeit Schwierigkeiten bereitet und zu einer Leistungsminderung Jugendlicher führt, kann dies an sich vorhergehenden Veränderungen im Hippocampus des Gehirns liegen. Laut einer Studie können diese eine „pubertäre Lernschwäche“ herbeiführen, da der Hippocampus in seiner Erregbarkeit gebremst wird und die Lern- und Gedächtnisleistung währenddessen herabsetzen kann.
Leistungsminderung durch Essen
Nach dem Verzehren einer reichhaltigen Mahlzeit, wie beispielsweise einem üppigen Mittagessen, kann sich Müdigkeit, Lustlosigkeit und Unkonzentriertheit einstellen. Kurzzeitig kann nach dem Essen eine Leistungsminderung eintreten.
Diese Form ist meist harmlos, und das Bedürfnis sich hinzulegen und nichts zu tun reguliert sich meist mit zunehmender Verdauung der Nahrung, welche Energie beanspruchen kann. Insbesondere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, welche den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und wieder abfallen lassen, können ein Mittagstief herbeiführen.
Auch eine generelle Verdauungsschwäche, ein träger Stoffwechsel oder eine Stoffwechselerkrankungen können Müdigkeit und eine Leistungsminderung, nach dem Essen, begünstigen. Kommen weitere Beschwerden hinzu wie Bauchschmerzen, wässriger Stuhl oder Ausschläge, kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie vorliegen. Tritt die Müdigkeit immer nach denselben Lebensmitteln auf, sollten diese zunächst gemieden und eine ärztliche Abklärung ersucht werden.
Leistungsminderung durch Nährstoffmangel
Vitamine und Mineralstoffe sind essentiell für viele Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper und nötig, um voll leistungsfähig zu sein. Defizite in der Nährstoffversorgung können sich mit unspezifischen Symptomen wie unter anderem Müdigkeit, Leistungsminderung, Infektanfälligkeit Muskelschmerzen und weiteren äußern.
Häufig kann der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen durch eine ausgewogene Ernährungsweise abgedeckt werden. Liegt jedoch ein Vitamindefizit und/oder Mineralstoffmangel vor, kann durch Abstimmung mit einem Arzt eine Umstellung der Ernährung und Lebensgewohnheiten, sowie eine Substitution mithilfe von Präparaten, die Versorgung an Nährstoffen sicherstellen. Der Leistungsminderung wird in diesen Fällen größtenteils oder gänzlich verschwinden können.
Auch im Zusammenhang mit chronischen Darmerkrankungen, hormonellen Erkrankungen (wie beispielsweise der Schilddrüse), einer Schwangerschaft oder nach operativen Eingriffen, kann ein veränderter Bedarf an Nährstoffen bestehen. Wird eine Leistungsminderung bemerkt, empfiehlt sich eine Blutuntersuchung im Rahmen einer ärztlichen Behandlung.
Leistungsabfall nach Corona
Nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus können Betroffene Langzeitfolgen entwickeln. Dies können einzelne oder mehrere Beschwerden verschiedenen Ausmaßes und verschiedener Art sein. Eins der häufigsten Beschwerden ist die sogenannte „Fatigue“. Diese bezeichnet eine starke, anhaltende Schwäche und schnelle Erschöpfung, sodass es häufig zu einem Leistungsminderung kommt.
Menschen mit Fatigue haben ein hohes Bedürfnis nach Ruhe, auch wenn diese meist keine wesentliche Besserung der Erschöpfung und des Leistungsvermögens herbeiführt. Nach einer Coronavirus-Erkrankung berichten manche Menschen von einer Belastungsintoleranz oder „PEM“ (Post-Exertionelle Malaise). Beschwerden verschlimmern sich bei diesen Menschen nach leichter körperlicher oder geistiger Anstrengung, bis es zu einem sogenannten „Crash“ kommt.
Konzentrationsprobleme oder Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung sind ebenfalls Long COVID-Beschwerden, die im Alltag und im Berufsleben zu einem Leistungsminderung führen und stark belasten können.
Leistungsabfall bei einem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS)
Bei dem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) handelt es sich um eine Erkrankung, bei welcher schwere Erschöpfungszustände, Belastungsintoleranz und weiteren Beschwerden wie Schmerzen bestehen können. Betroffene sind zum Teil sehr schwer in ihrer Lebensführung eingeschränkt und zeigen ein vergleichsweise geringeres Leistungsvermögen. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind noch nicht bekannt. Sie kann zum Beispiel nach Viruserkrankungen auftreten.
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Weitere Informationen zu Leistungsminderung
Was sind Symptome einer Leistungsminderung?
Mit einer Leistungsminderung werden folgende Symptome in Verbindung gebracht:
- Antriebslosigkeit
- allgemeine Schwäche
- häufige Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- verminderte Körperspannung
- Konzentrationsschwäche
- Depression
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Verdauungsstörungen
- Schlaflosigkeit
- Infektanfälligkeit
Diese Beschwerden deuten auf eine Abnahme der körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit hin und sollten abgeklärt werden.
Quellen
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